DRAUSSEN VOR DER TÜR
frei nach Wolfgang Borchert
Schauspiel: tba
Regie: Jakob Schulte
Bühne: Yvonne Schäfer
Kostüme: Caroline Ulmar
Komposition & Live-Musik: Johannes Brömmel
Premiere: 23.04.2026, Saal, ARGEkultur Salzburg
Fotos: (c) tba
Es war einmal ein Mann, der kam in ein Land, das man Deutschland nannte. Er war lange weg, der Mann. Sehr lange. Und er kommt ganz anders wieder, als er wegging. Und da erlebt er einen ganz tollen Film. Er muss sich während der Vorstellung mehrmals in den Arm kneifen, denn er weiß nicht, ob er wacht oder träumt. Aber dann sieht er, dass es rechts und links neben ihm noch mehr Leute gibt, die alle dasselbe erleben. Und er denkt, dass es dann doch wohl die Wahrheit sein muss.
Wolfgang Borcherts DRAUSSEN VOR DER TÜR setzt dort an, wo die meisten Erzählungen abbrechen: nach dem Krieg, nach der Heimkehr, nach dem vermeintlichen Schlussstrich. In einer Gesellschaft, die davon nichts mehr wissen will und ihre Gleichgültigkeit ‚Neutralität‘ tauft. Beckmann kehrt zurück und findet sich in einer Fabelwelt wieder, die lebt, als hätte es den Krieg nie gegeben.
Doch was lange fern schien, rückt heute wieder näher. ‚Wehrpflicht‘, ‚europäische Armee‘ oder ‚Kriegstüchtigkeit 2027‘ – Begriffe, die in Windeseile den Weg aus den politischen Debatten in unseren Alltag gefunden haben. Zuvor war der Krieg ja immer ‚woanders‘, irgendwo außerhalb, irgendwo draußen vor der Tür, begleitet vom Seufzen in den Abendnachrichten. Was bleibt vom europäischen Selbstverständnis, wenn die alten Gewissheiten brüchig werden? Wer trägt Verantwortung – und wer weist sie von sich? Und wie gehen wir damit um? Denn nun klopft es wieder, laut und beharrlich. Und es wird nicht mehr aufhören. Die Hand liegt schon auf dem Knauf – aber wollen wir den wirklich öffnen?