ICH HASSE MENSCHEN

POSTDIGITALE TRAGIKOMÖDIE VON NILS CORTE UND LENA RUCKER

ICH HASSE MENSCHEN
von Nils Corte und Lena Rucker
in Kooperation mit der ARGEkultur Salzburg und dem Theater Altenburg-Gera

 

Schauspiel: Billie Barleben, Marie-Luis Kießling, Jonas Fürstenau und Volker
Regie & Text: Lena Rucker, Nils Corte
Bühne & Kostüme: Yvonne Schäfer
Creative Technologist: Phil Hagen Jungschlaeger
Dramaturgie: Sophie Oldenstein

 

Premiere (Uraufführung): 19.09.2025, Theater Altenburg-Gera, Bühne am Park (Gera)
Salzburger Premiere: 06.11. - 08.11.2025, ARGEkultur Salzburg
Fotos: (c) Ronny Ristok (1,5,6,9,11,12,13), Wolfgang Lienbacher (2,3,4,7,8,10)

In einer Wohngemeinschaft der nahen Zukunft liegen die Nerven blank. Während Cuba den ganzen Tag im Metaverse abhängt, wenn sie nicht gerade für einen ausbeuterischen Lieferservice fahren muss, kämpft Volker mit seinen ganz eigenen Problemen. Als Staubsaugerroboter mit dem Intellekt eines Nobelpreisträgers ist er hoffnungslos unterfordert. Und anstatt Krebs zu heilen oder den Klimawandel zu stoppen, muss er sich mit Cuba streiten, die sich weigert, die gemeinsame Wohnung aufzuräumen. Selbst die Fahrt zur Ladestation wird zum Spießrutenlauf.

Aber Hilfe ist in Sicht! Lösen soll den Konflikt die neue Mitbewohnerin Fanny, die als qualifizierte Mensch-Maschinen-Therapeutin auf solche Situationen doch bestens vorbereitet ist – oder?

Währenddessen streamt WLAN-Router Conny, der unscheinbarste Mitbewohner der WG, das bunte Treiben auf seinem Twitch-Kanal – und gibt dem Publikum eine illustre Menge intimer Hintergrundinformationen. Als seine Show immer populärer wird, bekommen die WG-Streitereien bald globale Auswirkungen.

Die Sitcom Ich hasse Menschen wirft einen exklusiven Blick in eine Zukunft, in der Chatbots über den beruflichen Werdegang entscheiden und der Kühlschrank auf die Linie achtet – ob man will oder nicht. Erleben Sie die Entstehung einer Superintelligenz und seien Sie dabei, wenn sich – wie jeden Abend wieder – das Schicksal unseres Planeten entscheidet.

 

Gefördert von der Stadt Salzburg und dem Land Salzburg.

Hauptgewinn ist die Bühne mit großem Screen (Ausstattung: Yvonne Schäfer). Kommentare des fiktiven Live-Publikums laufen darüber. Manchmal sind Szenen aus virtuellen Realitäten eingespielt, wie Videospiele übers Bergsteigen und Angeln. Die werden auch auf die ganze Bühnenlandschaft projiziert, sodass bunte Kaleidoskope entstehen. Das ist visuell ansprechend.

Die Deutsche Bühne

 

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"Ich hasse Menschen" ist für den FAUST 2026 in der Kategorie "Medien" nominiert. Die Jury-Begründung:

Die postdigitale Tragikomödie »Ich hasse Menschen« begegnet den zentralen existenziellen und sozialen Fragen technologischer Umwälzungen durch Maschinenintelligenz nicht allein kritisch, sondern auch operativ und voller Humor. Das Zusammenspiel des Saugroboters Volker, Kühlschrank Frosti und des Routers Conny mit den Schauspieler:innen und einem automatisierten LLM-Chat funktioniert reibungslos. Künstliche Intelligenz ist dabei nicht allein Diskursgegenstand, sondern wird in dieser Stückentwicklung auf ihre narrativen Potenziale und Unzulänglichkeiten hin untersucht und effektvoll eingebunden.

Daraus entsteht ein lebendiges Schauspiel, in dem Robotik, Projektion (VR-Welten, KI-Videos, Staubsauger-POV, KI-Kommentar und vorproduziertes Material), Audio-Zuspieler und ein dynamisches Darsteller:innenensemble sehr gegenwärtiges Theater erzeugen, das Risse und Löcher in die glatten, uns umzingelnden KI-Blackboxen schlägt.

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