ANTIGONE

SCHAUSPIEL VON SOPHOKLES

ANTIGONE
von Sophokles 
in der Übertragung von Roman Woerner

Schauspiel: Nikola Jaritz-Rudle, Larissa Enzi, Marie Nadja Haller, Gregor Schulz, Maximilian Paier, Vinzenz Sommer
Regie: Sarah Henker
Bühne & Kostüme: Yvonne Schäfer
Dramaturgie: Clara Bender
Regieassistenz: Maria Magdalena Müller


Premiere: 24.09.2026, Salzburger Landestheater, Kammerspiele
Fotos: (c) Christian Krautzberger/LTH

Was ist gerecht? Was ist menschlich? Antigone widersetzt sich einem Verbot des Machthabers, das sie als unmenschlich empfindet. Eine Frau widersetzt sich dem Mann, der die Macht hat. Sie denkt menschlich, er in seinem System. Kann es da Versöhnung geben? Der Konflikt ist uralt und trotzdem modern: Überall geht es heute darum, sich im realen Leben zu positionieren und für seine Werte einzustehen. Was ist uns unsere Demokratie wert? Was sind wir bereit, zu opfern, um Freiheit und Gerechtigkeit zu sichern? Mit welchen Mitteln kämpfen wir? Mit wem gilt es, sich zu streiten – und wo macht Argumentation keinen Sinn mehr?

Der griechische Dichter Sophokles hat diesen Themen bereits vor ca. 2400 Jahren mit „Antigone“ ein eindrückliches Denkmal gesetzt. Nach dem blutigen Machtkampf um Theben verbietet König Kreon die Bestattung des „Verräters“ Polyneikes. Dessen Schwester Antigone widersetzt sich dem Gesetz, den eigenen Tod in Kauf nehmend: Für sie stehen göttliches Recht, familiäre Pflicht und menschliche Würde über der staatlichen Ordnung.

Was geschieht, wenn Recht und Gerechtigkeit auseinanderfallen und Gehorsam zur moralischen Schuld wird? Antigone und Kreon stehen sich unversöhnlich gegenüber, beide überzeugt, im Namen des Richtigen zu handeln. „Antigone“ konfrontiert uns mit der Notwendigkeit, Position zu beziehen, betont den Wert individueller Haltung und erinnert uns: Jede Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit Widerspruch umgeht.

Macht- und Gewaltstrukturen werden aufgedröselt, ohne dass die Inszenierung dabei in den Zeigefinger-Modus kippt. (...) In diese Kerbe schlägt auch Yvonne Schäfer mit ihrer Ausstattung. Als Bühnenbild lässt sie eine Art antike Boxsäcke vom Bühnenhimmel baumeln. Mit dem Fortschreiten der Handlung werden sie peu à peu dekonstruiert und liegen am Ende verschnürt am Boden. Ein starkes Bild für eine Gesellschaft, in der Macht, Gewalt und Widerstand miteinander ringen.

Salzburger Nachrichten

 

Die Bühne schält sich ins Licht als ein Dutzend Raumhöhen füllender Boxsack-ähnlicher Säulen in Rot. Ihre Bänderungen wecken Assoziationen an Fleisch. Diese Säulen bilden das zunächst (bis auf eine liegende Säule) intakte Reich Kreons. Die Bühnenelemente lassen sich fast beliebig verschieben und stehen damit dem Herrscher als Raumteiler zur Verfügung. Die liegende Säule verweist auf die grundsätzliche Störung: Kreons Befehl, die Leiche des Polyneikes unbestattet auf dem Schlachtfeld liegen zu lassen. Daraus resultiert die folgende Katastrophe für das Haus, das zum Schluss auf vier Säulen reduziert ist."

Dreh.Punkt.Kultur

 

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